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  • Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. II, 2

    Die mittelalterlichen Glasmalereien in Freiburg im Breisgau

    von Rüdiger BECKSMANN

    Berlin 2010 (Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft)
    In zwei Teilen
    816 Seiten mit 1298 Abb., davon 418 in Farbe, zwei Falt- sowie zwei Klapptafeln. Leinen
    € 138,- (ISBN 978–3–87157–226–5)

    Der Band behandelt etwa 800 Scheiben und Scheibenfragmente vom frühen 13. Jahrhundert bis um 1540, die im Freiburger Münster und im Augustinermuseum erhalten geblieben, König Roboam aus der Wurzel Jesse. Freiburg, Münster, Qhs. süd XX, 2. Oberrhein oder Maas, um 1220sowie 32 zugehörige Scheiben, die in Sammlungen des In- und Auslandes abgewandert sind. Außer den Fenstern des Münsters schmückten sie einst Chor und Langhaus der ehemaligen Dominikanerkirche sowie den ehemaligen Kreuzgang der Kartause vor den Toren der Stadt.

    Die künstlerisch bedeutendsten Arbeiten befanden sich ursprünglich in dem um 1492 abgetragenen spätromanischen Chor des Münsters bzw. in den Kapellen des seit 1354 errichteten spätgotischen Chores: Die heute im Südquerhaus bzw. im Augustinermuseum befindlichen Reste eines Jesse-Fensters gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen der Glasmalerei der Zeit um 1200; sie stammen vielleicht aus einer Lütticher Werkstatt.

    Die nach Entwürfen von Hans Baldung Grien und Augsburger Künstlern (Hans Burgkmair oder Jörg Breu) in der in Freiburg ansässigen Werkstatt des Hans von Ropstein zwischen 1515 und 1530 ausgeführten "schwebenden Bildfenster" aus den Chorkapellen sind unübertroffene Höhepunkte der monumentalen Glasmalerei dieser Zeit im deutschsprachigen Raum.

    Beeindruckend ist auch die im Nordquerhaus noch in situ befindliche sowie die teilweise erhaltene Farbverglasung der östlichen Langhausfenster aus dem dritten Viertel des 13. Jahrhunderts und das aus ihr zu erschließende Bildprogramm; es wurde von einer in Freiburg ansässigen Werkstatt ausgeführt, deren führende Kräfte aus Straßburg kamen. Die erst zwischen 1320 und 1340 entstandenen übrigen Langhausfenster gehen meist auf Stiftungen der Zünfte zurück, zeigen vornehmlich Heiligengestalten in Architekturtabernakeln oder Heiligenlegenden in Medaillons, kommen jedoch nicht an die außerordentliche Qualität der um 1280-1300 entstandenen Farbverglasung der Dominikanerkirche heran, deren Reste Höchstleistungen hochgotischer Glasmalerei darstellen.

    Etwa die Hälfte der zu behandelnden Scheiben befindet sich im Freiburger Münster. Es zählt damit zu den wenigen Kirchen, die in allen Teilen mittelalterliche Glasmalereien bewahrt haben, auch wenn dieser erst 1908-1927 geschaffene Zustand das Ergebnis einer historistischen Wiederherstellung durch den Freiburger Glasmaler Fritz Geiges ist.

    Schließlich enthalten auch die in alle Winde zerstreuten Reste der teilweise nach Entwürfen Hans Baldung Griens von der Ropstein-Werkstatt ausgeführten Farbverglasung der Kartause noch weitere Scheiben von höchster künstlerischer und technischer Qualität.

    Standortliste
    • Freiburg, Münster Unserer Lieben Frau
      • Chor
      • Querhaus
      • Langhaus
      • Endingen-Chörlein
      • Peter-und-Paul-Kapelle
      • Annenkapelle
      • Sakristei
    • Ehemals Freiburg, Dominikanerkirche
    • Ehemals Freiburg, Kartause am Johannisberg
    • Freiburg, Augustinermuseum
    • Freiburg, Uniseum
    • Freiburg, Erzbischöfliches Ordinariat
    • Freiburg, Forschungszentrum für mittelalterliche Glasmalerei
    Rezensionen

    Jim BUGSLAG, in: Journal of Stained Glass 35, 2011, S. 292–298.
    Madeline H. CAVINESS, in: Speculum 87, S. 834–836.
    Paul CROSSLEY, in: The Burlington Magazine 2013, S. 416–418.
    Christine HEDIGER, in: Bulletin Monumental 173, 2015, S. 180f.
    Hans W. HUBERT, Freiburg leuchtet, in: Badische Zeitung vom 2. Oktober 2010, S. 11.
    Guido LINKE, in: Journal für Kunstgeschichte 15, 2011, S. 12–25.
    Klaus NIEHR, in Zeitschrift für Kunstgeschichte 75, 2012, S. 573–579.
    Elisabeth OBERHAIDACHER-HERZIG, Österr. Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 65, 2011, S. 170–175.