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  • Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. IV, 1

    Die mittelalterlichen Glasmalereien des Kölner Domes

    von Herbert RODE

    Berlin 1974 (Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft)
    516 S. mit 77 Fig., 702 Abb. und 16 Farbtafeln
    Format 24,5 x 31,5 cm. Leinen
    € 87,50 (ISBN 3-87157-046-X)

    Der zweite Band des CVMA Deutschland behandelt 43 Fenster mit über 4.000 figürlichen und ornamentalen Scheiben, die zusammen eine Fläche von rund 1.350 Quadratmetern bedecken. Damit hat der Kölner Dom, obwohl selbst erst im 19. Jahrhundert vollendet, eine der flächenmäßig umfangreichsten mittelalterlichen Verglasungen überhaupt bewahrt. Zwei Zyklen bestimmen dabei durch ihren außerordentlichen Umfang und ihr Erscheinungsbild auf gegensätzliche Weise den Innenraum dieser "vollkommenen Kathedrale": die in eine farbige Blankverglasung aus Maßwerkformen eingebettete Folge von 48 in Architekturtabernakeln stehenden Königen im Obergaden des Chores aus der Zeit um 1300 und der fünf riesige Fenster füllende heilsgeschichtliche Zyklus im nördlichen Seitenschiff des Langhauses aus der Zeit um 1500. Bereits um 1260 waren die Chorkapellen mit einer silbrig-hellen, nur durch wenige farbige Einsprengsel belebten Ornamentverglasung versehen worden, von der in situ allerdings nur die figürliche Farbverglasung des Achsenfensters der Dreikönigenkapelle, eines der ältesten typologischen Bibelfenster, erhalten blieb. Noch vor der Weihe des Chores im Jahre 1322 waren Herbert Rode zufolge in diese Ornamentverglasung architektonische Bildkompositionen eingesetzt worden, deren Reste Mitte des 19. Jahrhunderts umfassend ergänzt und neu geordnet wurden. Die Lücken füllte man damals mit Scheibenbeständen des späten 13. Jahrhunderts aus der ehemaligen Dominikanerkirche - darunter ein jüngeres Bibelfenster - auf. Weitere Reste der Farbverglasung der Dominikanerkirche befinden sich in der Sakristei. Darüber hinaus bewahrt der Kölner Dom noch umfangreiche Reste der Kreuzgangsverglasungen aus St. Caecilien und aus St. Apern aus der Zeit um 1460/70 bzw. um 1525.

    Die frühen Scheiben zeigen eine enge Übereinstimmung mit der Buch- und Wandmalerei, seit etwa 1300 auch mit der Tafelmalerei Kölns, doch erst seit der Mitte des 15. Jahrhunderts gewinnt die Tafelmalerei entscheidenden Einfluß auf die Darstellungsformen in der Glasmalerei.

    Text und Bild veranschaulichen diese Entwicklung, ihre Einflüsse und Ausstrahlungen wie ihre schöpferischen Potenzen. Die dem Auge vor Ort so fernen Farbfenster sind in diesem Band dank seiner umfassenden Bebilderung so nah und gegenwärtig, daß diese weithin unbekannten Glasmalereien des Kölner Domes sich als ebenbürtige Pendants der Werke der berühmten Kölner Malerschule erweisen.

    Rezensionen

    Eva FRODL-KRAFT, in: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 29, 1975, S. 158-161.
    Suzanne BEEH-LUSTENBERGER, in: Erasmus 28, 1976, Sp. 352-356.
    Eva FRODL-KRAFT, in: Kunstchronik 29, 1976, S. 194, 199-208.
    Ingeborg KRUMMER-SCHROTH; in: Das Münster 29, 1976, S. 173f.
    Reiner HAUSSHERR, in: Rheinische Vierteljahrs-Blätter 42, 1978, S. 566-573.

    Band IV, 2, der die Glasmalereien der übrigen Kölner Kirchen und des Museums Schnütgens behandelt, ist in Vorbereitung.